Aus dem Klinikalltag: Sport in der Klinik

Sportstudio

Wer denkt in so einer „Psycho-Klinik“ würde immer nur der Geist, die Gedanken und die Befindlichkeit behandelt, ist ziemlich auf dem Holzweg. Neben all den Einzel- und Gruppentherapien, Verhaltenstherapien und Depressionsbewältigungsgruppen, schenkt man dem Körper in psychosomatischen Kliniken auch sehr viel Aufmerksamkeit.

In erster Linie dadurch, dass fast täglich Sport auf dem Tagesplan steht. Da gibt es:

  • Rückengymnastik
  • Yoga
  • Walken
  • Wassergymnastik
  • Klettern
  • Gerätetraining

Außerdem wird man dazu angehalten, selbst sportlich aktiv zu werden. Beide Kliniken in denen ich war, haben ein wunderschönes Umfeld. Bei einer lag der Chiemsee fast vor der Haustür, die andere lag mitten im Schwarzwald.

Was angeboten wird, variert von Klinik zu Klinik. Aber ein Programm ohne Sport wird es wohl kaum geben. Gilt es doch, aus einem oftmals erstarrten Leben, wieder in Bewegung zu kommen. Den Körper durch eigene Aktion und durch passives Geschehenlassen (dazu im nächsten Blogpost mehr) wieder zu spüren und nicht nur als tonnenschweres, amorphes Etwas durch den Tag zu schleppen, und in den Nächten von einer Seite zur nächsten zu wälzen.

So doof wie es klingt, aber der Spruche: ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper, kommt nicht von ungefähr. Natürlich kann ein gesunder Geist auch in einem total kranken Körper wohnen, als überdeutliches Beispiel kann da wohl Stephen Hawking gelten. Aber den Körper zu nutzen und verstärkt zu spüren, kann zur Besserung des psychischen Befindens ganz sicher einen guten Teil beitragen.

Das heißt nun nicht, dass jeder jetzt das Gleiche machen muss. Also, dass es für jeden das Richtige ist die Laufschuhe zu schnüren, die Nordic Walking Stöcke zu packen, sich in den Badeanzug oder Badehose zu zwängen. Welcher Sport für euch der passende ist, das kann euch keine Klinik sagen.

Ich habe hier das Schwimmen für mich wiederentdeckt. Neben der rein sportlichen Betätigung tut das Schwimmen auch der Seele gut: das Getragenwerden, das warme Eingehüllt sein, die teilweise Schwerelosigkeit, die sanfte Berührung durch das Wasser. Für mich eine herrliche Erfahrung. Ich hatte schon vergessen, wie sehr ich schwimmen früher geliebt habe.

Und der Vorteil in der Klinik: man muss sich die Zeit für den Sport nicht schnitzen. Einesteils steht er auf dem Plan, auf der anderen Seite muss man nicht weit fahren um an eine Sportstätte zu kommen und Abends hat man nicht so viel vor wie zuhause (und es wartet auch keine Wohnung die geputzt werden will, kein Essen, das gekocht werden müsste und keine Bügelwäsche :-)).

Die Zeit in der Klinik dazu zu nutzen, Sport wieder in seinen Tages- bzw. Wochenplan einzubauen, kann nur hilfreich sein. Und je öfter und regelmäßiger desto besser.

 

 

Einen tollen Artikel zum Ändern von Gewohnheiten findet ihr in der Zeit: Mach es anders.

 

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